Stadtrundgang Santiago de Cuba

Zu Beginn solcher Stadtrundgang Berichte versuche ich in der Regel Tipps zu geben, wie lange man hierfür braucht. Das ist bei Santiago schwer zu sagen, da die vorherrschende, unerträgliche Hitze einen entscheidenden Einfluss darauf hat.

Santiago gilt als die bergigste Hafenstadt der Welt und das habe ich schnell gemerkt! Von unserer Casa Particular geht es langsam und schleichend bergab, wenn man Richtung Hafen bzw. Westen geht. Die letzten Blocks fallen noch mal steil runter bis man dann das Wasser erreicht. Und auch in alle anderen Himmelsrichtungen sei gesagt, dass man definitiv etwas hügeliges bis bergiges vorfinden wird. Grundsätzlich kein Vergleich zu einem richtigen Berg, aber mit der Sonne und Hitze im Nacken fällt jeder Schritt schwer. Ansonsten würde ich sagen, dass ihr innerhalb von einem Tag alles gesehen habt, ohne euch groß irgendwo hineinzubegeben (Museen, diverse Veranstaltungen, etc.).

Wer sich jedoch etwas Gutes tun will, der sollte 2-3 Tage rechnen und einen Schritt langsamer laufen. Wer das Städtchen richtig kennenlernen will, sollte sich, neben der Privatunterkunft, ca. 10 Tage gönnen. Hier könnt ihr dann sowohl die umliegenden Strände und Sehenswürdigkeiten besuchen, aber auch mit den Einheimischen das Tanzbein schwingen oder verschiedene Restaurants testen.

Für 1-3 Tage könnte euer Stadtrundgang aber wie folgt aussehen:

Tag 1 – Warm werden mit den örtlichen Gepflogenheiten. Hier bedarf es zum einen der Akklimatisierung, aber auch die Handhabung der beiden Währungen. Weiterhin ist es nicht ganz so selbstverständlich Essen zu kaufen, wie wir das aus Deutschland kennen. Da spielt zum einen die benannte Doppelwährung rein, aber auch der Mangel an gewissen Produkten. Ebenso versteht man in Santiago das Thema Restaurant anders als in Deutschland. Unser erstes Lokal haben wir, nach einem Rundumblick im Raum und kurzem Blick in die Karte, wieder verlassen.
Unsere zweite Wahl war sehr gut und hat uns dann auch für die restliche Zeit begleitet. Ich muss aber gestehen, es war ein Hotelrestaurant.

Weiterhin werdet ihr merken, dass sowohl Wechselstuben / Banken nicht immer eindeutig gekennzeichnet sind und man hier mit guten Wartezeiten rechnen muss. Die Hilfe eures Gastvaters ist hier schwer von Vorteil.

Ein schöner Einstieg ist die Strecke vom Plaza de Marte über die Enramadas bis vor zur Hafenpromenade Malecon. Hier kann man für ca. 400m südlich gehen, die Gegend ist recht futuristisch mit Touri-Fotostop-Motiv-Garantie angelegt. Es empfiehlt sich ausreichend Wasser dabei zu haben. Kaufmöglichkeiten gab es in der Gegend kaum welche, selbst das weniger zu empfehlende Lokal an der Promenade hatte alles, nur kein Wasser im Angebot.

Mittig des Malecon könnt ihr den Rückweg Richtung Innenstadt antreten. Biegt ihr jedoch noch 50m weiter südlich in die José del Diego (Princesa) ein, kommt am Ende ein kleiner Trampelpfad linksherum, wo ihr zu einem kleinen Panorama Lookout gelangt. Hier lauft ihr an einer recht ärmlichen Gegend vorbei – das Geruchserlebnis ist weniger erfrischend. Ihr steht am Aussichtspunkt jedoch am Rande des Tivoli – ein Viertel, dass in aller Munde ist. Man fühlt sich ein wenig, wie in einer anderen, vergangenen Zeit, schlendert zwischen alten Gebäuden, Aussichten und sehr freundlichen Menschen entlang und wird von vielen Vierbeinern begrüßt.
Über die Callejon de Santiago kommt ihr dann in die Santa Rita und da wartet gleich die Padre Pico (kleine Treppe) mit ihren Kolonialbauten rechts und links auf euch.

Santiago de Cuba Padre Pico

Einen Block weiter kommt ihr rechter Hand über die Bartolomé Masó (in deren  weiteren Verlauf ihr das Museo del Ron findet) zu einem weiteren Aussichtspunkt – dem Velázquez balcony.
Vom Balkon selbst habt ihr eine tolle Sicht über die Dächer Santiagos und seit den Geiern, die ununterbrochen über Santiago kreisen, ein ganzes Stück näher. Natürlich muss man auch hier für Fotos bezahlen, wer allerdings nur die Aussicht genießen will, darf auch kostenfrei auf den Balkon.
Noch einen Block weiter kommt ihr am Parque Céspedes entlang – Touristen- und Internethotspot. Die Santa Basílica Metropolitana Iglesia thront vom südlichen her, im Grand Hotel kann man auf der luftigen Terrasse bei einem kühlen Getränk das bunte Treiben auf dem Platz verfolgen und weiterhin findet ihr hier Touristinfo, Taxen, Mietwagenanbieter und Museen.
Wir haben diese Tour innerhalb von 4 Stunden hinter uns gebracht und waren dann erst mal 4 Stunden in unserer Unterkuft um zu erholen, danach war nur noch etwas Nahrung einkaufen und Abendessen auf dem Plan.

Tag 2 – war bei uns ein Ausflug zum Strand. Wer hier jedoch tatsächlich auf Durchreise ist, der hat Strand bestimmt vor Ankunft in Santiago besucht und wird nach Abreise auch gleich am nächsten halten. In Santiago selbst gibt es 3 weitere Sehenswürdigkeiten, die man teils erlaufen kann, oder mit einem Taxi erfahren. Wer das System der Mitnahme versteht, der kann natürlich auch ein Privatfahrzeug stoppen.

Das ist zum einen der Platz der Revolution, der von unserer Casa etwa 45min. Fußweg entfernt war. Ich möchte behaupten, dass auch ein guter Läufer bei den Temperaturen kaum schneller sein wird. Vereinzelt sind wir durch Straßenzüge gelaufen, die nicht ganz so adrett aussahen, wenngleich immer alle freundlich waren. Aber man kann alternativ der Hauptstraße folgen. Am Platz selbst, waren wir zur Mittagssonne, was sehr unangenehm ist, da es direkt auf der Freifläche keine Schattenplätze gibt. Erst wenn man der Avenida de las Americas südlich folgt, kommen wieder Schatten spendende Palmen.
Unser Rückweg führte am Melia Hotel (mit kurzem Stop) vorbei und die Avenida Victoria Garzón hoch. Hier gab es immer wieder Festival Plätze, welche an Wochenenden die Feiermeute auf die Straßen lockt, aber auch kleine Geschäfte und die einheimischen „Fastfood“ Restaurants. Manchmal so klein und unwirklich, dass man es kaum zu glauben vermag, dass man dort etwas zu verkaufen hat.

Stadtrundgang Santiago de Cuba

Auch diesen Tag haben wir so entspannt hinter uns gebracht. Die Aufenthaltsdauer am Platz der Revolution war kaum 30min. – einfach der Hitze geschuldet – und im Melia waren wir ca. 1 Stunde. Nach guten 4 Stunden waren wir zurück an der Casa um auszuruhen.
Einen abendlichen Ausklang könnte das El Morro (Castillo de San Pedro de la Roca) bieten. Hier kommt ihr mit den Taxifahrern vom Parque Céspedes hin (ca. 15-20min. Fahrt) und zur Abendstunde teilt man das Fort fast nur mit kleinen Vierbeinern.

Tag 3 – Ein Besuch des berühmt berüchtigten Friedhofs Mausoleo à José Marti, wo auch Fidel Castro und der Bacardi Erfinder ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, ist von unserer Casa ca. 55min. Fußweg entfernt. Wir selbst konnten diesen Weg nicht mehr beschreiten auf Grund meines Unfalls änderte sich die Planung etwas.

 

In den Parallel- und Seitenstraßen der Enramadas gibt es noch einiges zu entdecken. In der Francisco Vincente Aguilera hatten wir unser Wechselstübchen, aber auch den Rumhändler des Vertrauens. Weiterhin kommt ihr hier zum Plaza Dolores mit zahlreichen Restaurants. Vor allem in den Abendstunden merkt ihr hier das Leben. Im Parque wird fleißig gezockt – Domino – und die Restaurants haben ihre Tische und Stühle eh bis auf die Straßen ausgebreitet.

Die Straße José Maria Heredia hält etwa 3 Blocks östlich des Parque Céspedes zahlreiche Lokalitäten für die Abendveranstaltung bereit. Aus den offenen Fenstern dringt nach Einbruch der Dunkelheit laute Musik, alles ist hell und bunt erleuchtet und freundliche Türsteher winken vorbeilaufende Passanten herein. Freitag und Samstag ist dort richtig was los. Die anderen Tage, wenn wir hier vorbeigeschlendert sind, waren nur eine Hand voll Gäste zu sehen.

Und der ein oder andere mag vielleicht auch in ein Museum gehen. Das schafft ihr natürlich auch mal zwischendurch (auch an den anderen Tagen). Denn in den Museen ist es durchaus angenehm schattig.

Ja, so füllt ihr 3 Tage in Santiago de Cuba. Bei 10 Tagen, solltet ihr mindestens 3 verschiedene Strände gesehen haben und 3 Tage habt ihr um umliegende Attraktionen zu erkunden, wie den Parque Prehistoria (Aufenthalt ca. 2 Std.), das Oldtimermuseum (Aufenthalt ca. 30-45min.), La Gran Piedra oder am Rand von Santiago den Botanischen Garten. Ihr habt dann auch ausreichend Zeit Museen und Kirchen von innen zu bestaunen und bei dem richtigen Gastvater gehört auch ein gemeinsames typisches Essen dazu.

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