Castillo de San Pedro de la Roca

… oder auch unter dem kürzeren Namen „El Morro“ geführt.

Wer in Santiago de Cuba Halt macht, der wird schnell feststellen, dass man an jeder Ecke „Taxi?“ hinterher gerufen bekommt. Die Fahrer stehen in Reih und Glied in der brütenden Sonne entlang der Touristenstraßen und stellen ihre Oldtimer zur Schau. Natürlich hofft man einen gut zahlenden Fahrgast für sich zu gewinnen.
Wer hier anhält, um die Autos zu bestaunen, der hat fast schon verloren. 😉
Auch wir haben die schicken Schlitten begutachtet, Fotos gemacht und sind nicht immer zügig vorbei gelaufen – geht ja auch gar nicht bei so viel Schönheit (teilweise).

So sind wir zu einem rot – weißen Oldsmobile gekommen, der uns optisch richtig gut gefallen hat. Der vermeintliche Fahrer war sehr sympathisch, auch ohne englisch und / oder deutsch Kenntnisse. Und wie wir da so standen und mit Händen und Füßen versuchten uns zu verständigen, hielt Rolando im Vorbeilaufen an. Er kann etwas deutsch – hatte eine ganze Weile in Deutschland verbracht – und half beim Übersetzen. Auch wenn die Menschenmassen unübersichtlich wirken, kennt in Santiago doch irgendwie jeder jeden.

Wir wollten natürlich einen Tag nach El Morro raus fahren. Am liebsten am Mittwoch, denn wie wir vorab gelesen hatten – mittwochs zum Sonnenuntergang wird ein Kanonenschuss abgefeuert.
Der Termin wurde mit Handschlag fest gemacht und so hatten wir nun einen Fahrer nach El Morro für übermorgen.

Am Mittwoch selbst kam gegen Nachmittag ein Wolkenbruch. Es schüttete wie aus Eimern, Blitze, Donner und das volle Programm. Wenngleich es recht angenehm von der Temperatur blieb. Wir sahen unseren Ausflug schon ins Wasser fallen, doch pünktlich 30min. vorher hatte sich die Sonne wieder durchgekämpft und bis auf Pfützen, Rinnsale in den Abwasserkanälen und die angenehme Luft erinnerte nichts mehr an die Wassermassen von vorher.

Unser Fahrer war pünktlich und hatte uns schon vom Weiten erkannt! Hut ab, da er ja sicherlich eine ganze Menge mehr Menschen tagtäglich sieht.

Nun ja, wir sind ca. 25min. gefahren, bis wir an der Einfahrt zum Castillo ankamen. Hier musste der Wagen stoppen und wir den Rest zu Fuß weiter gehen. Neben einem schicken Chevrolet in schwarz und pink machten wir Halt und wir waren sofort verliebt in die Farben.

taxi Cuba

Im Gegensatz zu unserem Fahrer Armando, waren diese beiden Herren nicht so entspannt. Wir bekamen eine klare Zeitvorgabe – 45min. – danach hätten wir wieder am Auto zu sein. 🤨

Ein recht schnucklig angelegter Weg führt zum Castillo. Gepflastert dazu kleine, abgehangene Holzwagen, die sicherlich zur Hauptzeit und ohne Wolkenbruch allen möglichen Tourikram anbieten. Aber auch einen richtig schönen Leuchtturm, den Faro del Morro passiert man. Wir mussten feststellen, dass man diesen nicht, wie im Internet zuvor gelesen, betreten darf. Ja sogar fotografieren darf man ihn eigentlich nicht, da er nämlich militärisch genutzt wird und Militär fotografieren auf der Liste der Verbote steht. Vielleicht war das früher mal möglich, September 2017 jedenfalls nicht!

Wir waren fast allein vor Ort. Das Castillo schloss auch etwas 1,5 Stunden später und der Regen hatte die Menschen fernbleiben lassen. Was aber vermutlich unser Glück war! Wir hatten das Fort für uns allein. Keine anderen Personen liefen durchs Bild und auch kleine vierbeinige Freunde kamen aus ihren Verstecken heraus.

Der Sonnenuntergang hätte sicherlich weit farbenfroher sein können und der Himmel deutlich weniger bewölkt. Doch egal welche Farbe ein Sonnenuntergang hat, die s.g. „Blaue Stunde“ taucht unsere Erde täglich 2x in ein so schönes Licht, dass selbst ein Fotoanfänger perfekte Fotos schießen kann und so gab es auch für uns nichts anderes mehr.

Nach ca. 35min. waren wir durch. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte es schon noch etwas gemütlicher vonstatten gehen können, denn auch die Umgebung war ganz schön und natürlich war die Luft nach dem Regen so wunderbar angenehm. Aber der Fahrer war klar und deutlich in seiner Ansage! 😕

Also, als kleiner Tipp für diesen Ausflug, vorher fragen, wie lang man sich aufhalten darf. Gegebenenfalls auch die Rücktour laufen (Dauer ca. 1,5 Stunden > bitte nicht in der prallen Sonne) oder mit einem eigenen Gefährt raus fahren.

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